Stilgeschichte

Kupferstich des Wasserschlosses

Mittelalter

Das Alte Schloss in Stuttgart macht, trotz zahlreicher Umbauten im Lauf seiner Geschichte, noch immer den wehrhaften Eindruck einer mittelalterlichen Burg. In seiner Außenansicht entspricht es zwar eher einer Mittelalterphantasie, dennoch können sich die Besucherinnen und Besucher heute noch gut einen umlaufenden Wassergraben und die wenigen, gut geschützten Eingänge in die ehemalige Burg vorstellen.

Innenhof mit Arkaden

Renaissance

Arkadenhöfe waren in der Renaissance in Süddeutschland und Italien verbreitet. Sie entsprachen dem gestiegenen Repräsentationsbedürfnis der Renaissancefürsten. Der Stuttgarter Arkadenhof im Alten Schloss ist außergewöhnlich prächtig gestaltet, hat drei Geschosse. Es findet sich kein direktes Vorbild, noch ein Nachfolger. Eine Besonderheit stellen auch die korinthischen Kapitelle dar, die entgegen der klassischen Säulenordnung die kannelierten Säulen oben abschließen.

Grundriss des Neuen Schlosses, 1752

Barock

Die Anlage des Neuen Schlosses entspricht den Repräsentationsbedürfnisse eines Fürsten im 18. Jahrhundert: als Carl Eugen Herzog von Württemberg wurde, ließ er erklären, dass er nicht vorhabe, ins Alte Schloss zu ziehen. In Ludwigsburg stand ihm ein von Eberhard Ludwig realisiertes großzügiges Barockschloss zur Verfügung. Die Stadt Stuttgart und die Landstände mussten die Kosten für einen entsprechenden Schlossbau mittragen: 1746 konnte der Grundstein für das Neue Schloss gelegt werden. Die Ausmaße verraten noch heute die für eine barocke Hofhaltung dimensionierte Anlage

Schloss Solitude, Wanddetail

Rokoko

Schloss Solitude ist ein gebautes Kleinod, das auf engstem Raum eine außerordentlich anspruchsvolle Raumgestaltung vereint. In den Nebenräumen und Kabinetten sind späte Blüten der Rokoko-Ausstattung zu bewundern, z. B. lebendige Palmwedelstukkaturen, von denen plastische

Schloss Hohenheim, Entwurf zur Bibliothek

Frühklassizismus

Schloss Hohenheim mit seinen immensen Ausmaßen war zur Zeit seiner Erbauung ein Anachronismus: zeitgemäßer waren damals bereits kleinere Projekte. In seiner Innenausstattung finden sich dann auch frühklassizistische Wanddekore, die eher der neuen Stilrichtung entsprechen.

Schloss Rosenstein

Klassizismus

Die Grabkapelle auf dem Württemberg und Schloss Rosenstein sind herausragende Beispiele klassizistischer Baukunst von der Hand Giovanni Saluccis: antike Vorbilder wie das römische Pantheon und Palladios Villa Rotonda klingen bei der Grabkapelle an, während Schloss Rosensteins Eingangsportal ein säulengetragenes Giebelfeld mit Szenen aus der griechischen Mythologie schmückt.

Lithographie einer Arkade der Wilhelma

Historismus

Die von König Wilhelm I. in der Mitte des 19. Jahrhunderts im maurischen Stil erbaute Wilhelma zeugt von der Orientbegeisterung der Zeit. Die Sehnsucht nach einer Welt, die fern der Realität des aufkommenden Industriezeitalters existiert, wird in diesem historisierenden Stil ebenso dokumentiert wie die Horizonterweiterung durch den wachsenden Welthandel und die Kolonialpolitik.

 

 

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook