Frontansicht der Grabkapelle auf dem Württemberg mit breitem Treppenaufgang

Herausragender klassizistischer Zentralbau

Das Gebäude

Mit diesem Bau erfüllte König Wilhelm I. den Wunsch seiner Frau Katharina, die auf dem Württemberg ihre letzte Ruhe finden wollte. Die Grabkapelle ist heute eines der herausragenden Beispiele klassizistischer Baukunst im Raum Stuttgart.

Entwurf des Kuppelraums für die Grabkapelle auf dem Württemberg , Federzeichnung von 1820

Einer der Entwürfe im Wettbewerb.

Wettbewerb für den Neubau

Für den Bau der Grabkapelle wurde 1819 ein Wettbewerb ausgeschrieben, den der königliche Hofbaumeister Giovanni Battista Salucci für sich entscheiden konnte. Der Italiener legte dem König mindestens drei Entwürfe vor, die sich durch den Umfang ihrer Ausstattung unterschieden. Neben einem bescheidenen Entwurf gab es ein sehr aufwendiges Konzept, mit rundumlaufenden Kolonaden und einem imposanten Unterbau. Zur Ausführung kam schließlich ein Kompromiss der beiden ersten Entwürfe.

Frontansicht der Grabkapelle auf dem Württemberg mit breitem Treppenaufgang

Hinauf führt eine Treppenrampe.

Von berühmten Vorbildern inspiriert

Salucci ließ sich bei seinem Entwurf von Vorbildern wie dem Pantheon in Rom sowie Andrea Palladios berühmter Villa Rotonda, gebaut Ende des 16. Jahrhunderts in Vicenza, inspirieren. Die Grabkapelle ist ein freistehender Rundbau mit drei von Säulen getragenen Vorhallen und vier vorgelagerten Freitreppen. Seine monumentalen Proportionen sind vollkommen auf eine Fernwirkung ausgerichtet und passen sich hervorragend an die herausgehobene Lage der Grabkapelle auf dem Württemberg an.

Der Antike nachempfunden

Eine große, dreigeteilte Treppenrampe verleiht dem Bau eine erhabene Monumentalität. Sie führt zum Umgang um die Kapelle und zu ihrem Eingang. Auf Zwischenpodesten stehen gusseiserne Dreifüße für Fackeln und Opferschalen. Sie sind antiken Vorbildern nachempfunden und weisen auf die Funktion der Kapelle als Mausoleum hin. Die Säulen der Vorhallen tragen ionische Kapitelle und sind in ihrer Ausgestaltung ganz an das Vorbild der italienischen Villa Rotonda angelehnt.

Säulen am Eingang der Grabkapelle auf dem Württemberg
Dreifuß am Treppenaufgang der Grabkapelle auf dem Württemberg
Ionisches Säulenkapitell der Grabkapelle auf dem Württemberg

Der Bau ist von hervorragender Steinmetzqualität.

Goldene Inschrift am Eingang der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: R. Rossner

Ein Liebesbekenntnis vollendet den Bau.

„Die Liebe höret nimmer auf“

Bereits im Mai 1820 wurde der Grundstein für die Grabkapelle gelegt. Der König trieb den Bau energisch voran, sodass 1821 mit der Ausgestaltung des Inneren begonnen werden konnte. Mit der Anbringung der Weihinschrift „Die Liebe höret nimmer auf“ im Frühjahr 1824 wurden alle Arbeiten am Bau beendet. Das Grabmal entwickelte sich rasch zu einem Denkmal der beliebten Königin. Grund dafür sind sicherlich auch die drei anderen romantischen Inschriften, die die große Liebe des württembergischen Königs zu seiner Frau bezeugen.

Inschriftentafel an der Grabkapelle auf dem Württemberg mit Widmung für Königin Katharina

Klassizistische Formen beherrschen den Bau.

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Persönlichkeit: Giovanni Battista Salucci

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