Innenansicht des Altarraumes der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: R. Rossner

Ein gelungener Entwurf

Der Kapellenraum

Der weite Kuppelsaal als Kapellenraum beeindruckt mit seiner Eleganz und einer hervorragenden Akustik. Der Blick in die gewaltige Kuppel lohnt besonders: Mit den Stuckrosetten und dem Glasdach in der Mitte erinnert die Kuppel stark an Saluccis Vorbild in Rom – das berühmte Pantheon.

Ein russisch-orthodoxer Kirchenraum

Königin Katharina war Angehörige der russisch-orthodoxen Kirche. Die Grabkapelle folgte daher den Anforderungen an einen russisch-orthodoxen Kirchenraum: Er ist dreigeteilt in einen Vorraum, einen Hauptraum und einen Altarraum, dem Allerheiligsten. Dieser ist durch eine aufwendig gestaltete Bilderwand, die sogenannte Ikonostase abgetrennt. Die Grabkapelle diente von 1825 bis 1899 als russisch-orthodoxe Kirche. Bis heute wird hier jährlich zu Pfingsten in Gedenken an die Königin ein russisch-orthodoxer Gottesdienst gefeiert.

Blick auf die Kuppel der Grabkapelle auf dem Württemberg

Kühle Eleganz nach römischem Vorbild.

Licht von oben

Der Kapellenraum ist über einem kreisförmigen Grundriss mit vier Kreuzarmen errichtet. Der ganz in Weiß gehaltene Innenraum ist von einer monumentalen Kuppel überwölbt, die von einem Kranz 16 korinthischer Säulen und Pilaster getragen wird. Im Inneren ist die Kuppel kassettiert und mit Stuckrosetten verziert. Durch das Opaion, dem Glasdach in der Mitte der Kuppel, fällt Licht in den Innenraum und in die darunterliegende Gruft. Die vier fensterlosen Kreuzarme sind dagegen deutlich dunkler.

Innenansicht des Altarraumes der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: R. Rossner

Rundsäulen geben den Blick in die Kreuzarme frei.

Dezenter Schmuck im Inneren

Die runden Wandflächen mit Nischen sind von Pilastern gerahmt. In den Nischen stehen vier Evangelistenfiguren. Die Rundsäulen geben den Blick in die Kreuzarme frei. Im östlichen Kreuzarm befindet sich der Altarraum, vom Hauptraum abgetrennt durch die Ikonostase. Sie ist mit Gemälden und Ikonen aus dem Besitz Königin Katharinas geschmückt, die sie 1816 mit nach Stuttgart brachte. Der Altarraum ist auch heute noch ausschließlich russisch-orthodoxen Priestern zugänglich.

Heiligenbilder mit Goldverzierungen im Altarraum der Grabkapelle auf dem Württemberg

Prächtiger Goldschmuck mit schlichtem Weiß.

Die Bilderwand mit Heiligen

Die Bilderwand, die Ikonostase, wurde von Salucci entworfen. Sie ist wie der gesamte Raum weiß gehalten, vergoldete schmale Leisten rahmen die Bildfelder. Die vergoldeten Schnitzereien ober- und unterhalb der Gemälde zeigen als zentrales Motiv das griechische Kreuz und stellen die Verbindung zum Altarraum her. Die mittlere, doppelflügelige Königspforte ist mit Darstellungen der Verkündigung geschmückt. Darüber ist ein vergoldeter Strahlenkranz mit dem Auge Gottes auf dreieckigem Grund angebracht, der von zwei schwebenden Engeln flankiert wird.

Im nördlichen Kreuzarm finden Sie ein Gipsmodell der einstigen Stammburg der Württemberger: Es zeigt die Burg im Zustand kurz vor ihrem Abbruch und wurde zwischen 1960 und 1970 von Siegfried Graf angefertigt.

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