Luftaufnahme der Grabkapelle auf dem Württemberg

Romantische Grabkapelle mit grandioser Aussicht

Wissenswert und amüsant

König Wilhelm I. ließ für seine geliebte Ehefrau, Königin Katharina, das Denkmal auf dem Württemberg errichten und schuf damit in Stuttgart einen der romantischsten Orte des Landes: Die Inschrift über dem Eingang der Grabkapelle liest sich wie ein Versprechen ewiger Liebe.

Porträt Katharinas von einem unbekannten Künstler

Königin Katharina kurz vor ihrem Tod.

Über alles geliebte Königin

Katharina Pawlowna heiratete 1816 ihren Cousin, den damaligen Kronprinzen Wilhelm von Württemberg. Diese Ehe setzte die enge Beziehung zwischen dem russischen und dem württembergischen Herrscherhaus fort, war doch Katharinas Mutter, Maria Feodorowna, eine gebürtige Württembergerin. Mit ihrer umfangreichen Wohltätigkeitsarbeit gewann die junge Königin Katharina rasch die Herzen ihrer Untertanen. Ihr plötzlicher Tod drei Jahre nach der Hochzeit löste im gesamten Land große Trauer und Bestürzung aus.

Der Rotenberg mit Burg, Lithografie des Stuttgarter Malers Renz, um 1840

Für die Grabkapelle wurde die Burg abgerissen.

Die alte Stammburg

Zunächst wurde die Königin in der Stuttgarter Stiftskirche beerdigt. Nicht zuletzt dank der Spenden aus der Bevölkerung begann die Grabkapelle auf dem Württemberg, konkret zu werden. Hier stand seit dem 11. Jahrhundert die Stammburg der Württemberger, die die strategisch günstige Position für sich genutzt hatten. Doch der König ließ die Burg seiner Vorfahren vollständig abtragen, um Platz für den Neubau zu schaffen: bemerkenswert, denn die Burg stellte ein geschichtliches Monument des Landes dar.

Inschrift über dem Eingang der Grabkapelle auf dem Württemberg

Mit der Kapelle setzte Wilhelm ein Denkmal.

Zeugnis ewiger Verbundenheit

Wilhelm I. hatte das Bestattungsrecht in der Grabkapelle auf Katharina, sich selbst und ihre beiden gemeinsamen Töchter Marie und Sophie beschränkt. Die Grabkapelle sollte dadurch bis in alle Ewigkeit das einzigartige Zeugnis der Liebe zwischen ihm und seiner Ehefrau sein. Zur Bekräftigung dieser Tradition benannte Wilhelms Enkel, König Wilhelm II., 1907 den Berg um, auf dem die Grabkapelle steht: Aus dem „Rotenberg“ wurde „Württemberg“.

Altarraum der Grabkapelle auf dem Württemberg

An Pfingstmontag wird jährlich der Königin gedacht.

Russisch-orthodoxe Gottesdienste

Als Tochter des Zaren Paul I. gehörte Katharina der russisch-orthodoxen Kirche an und behielt ihren Glauben auch nach der Heirat bei. Im Residenzschloss Stuttgart richtete sie sich eine eigene Kapelle ein. Die Grabkapelle diente nach Katharinas Tod als russisch-orthodoxe Kirche. Ein Geistlicher und zwei Sänger sollten darin für das Seelenheil der Königin beten und singen. Für diese war das Wohnhaus unterhalb der Grabkapelle errichtet worden. Noch heute findet jährlich ein russisch-orthodoxer Gedenkgottesdienst statt.

In der Umgebung der Grabkapelle finden Sie zahlreiche Spazierwege durch die Weinberge. Oben bei der Grabkapelle angekommen, haben Sie eine wunderbare Aussicht über Stuttgart und das Neckartal.

Versenden
Drucken