Gemälde der Königin Katharina, Stirnbrand, um 1816

Vielseitig, engagiert und kompetent

Katharina von Württemberg

In nur drei Jahren bewirkte die beliebte Königin sehr viel: Katharina von Württemberg, Großfürstin von Russland (1788–1819), brachte dem Land soziale Strukturen. Nach ihrem frühen Tod wurde sie im ganzen Land tief betrauert – die Grabkapelle auf dem Württemberg erinnert bis heute an sie.

Büsten Katharinas und Wilhelms I. in der Grabkapelle auf dem Württemberg; Bild von R. Rossner

Wilhelm war ihr Cousin und zweiter Ehemann.

Wer war Katharinas Familie?

Katharina Pawlowna war die Tochter des russischen Zaren Pauls I. und Maria Feodorownas, einer Tochter des württembergischen Herzogs Friedrich Eugen. 1816 heiratete Katharina in zweiter Ehe ihren Cousin, den Kronprinzen Wilhelm von Württemberg. Aus ihrer ersten Ehe mit Herzog Georg von Oldenburg brachte sie zwei Söhne, Alexander und Peter, mit in die neue Verbindung. Auch für Wilhelm war es die zweite Ehe. Zwei Kinder gingen aus der dreijährigen Ehe Katharinas und Wilhelms hervor: die Töchter Marie und Sophie.

Warum war Katharina so beliebt?

Katharina kam in einer Zeit großer Not nach Württemberg: Es herrschten Missernten und Hungersnot. Als Königin engagierte sie sich für das Volk. Sie wurde bekannt durch die Gründung des „Zentralen Wohltätigkeitsvereins“. Außerdem gründete Katharina die erste württembergische Sparkasse und richtete Schulen und Kinderheime, Krankenhäuser und Speiseanstalten ein – zum Teil bezahlt aus ihrem russischen Vermögen. Das Katharinenstift und das Katharinenhospital in Stuttgart gehen ebenfalls auf sie zurück.

Inschrift an der Grabkapelle auf dem Württemberg

Inschrift an der Grabkapelle.

Welchen Glauben hatte Katharina?

Als russische Großfürstin gehörte sie der russisch-orthodoxen Kirche an. Dass sie ihren Glauben behielt, galt als wichtige Voraussetzung für die Heirat mit einem protestantischen Fürsten. In Stuttgart angekommen, richtete Katharina ihre eigene Kapelle ein: Die Ausstattung brachte sie teilweise aus Russland mit. Die Raumstruktur und die Ausstattung der Kapelle folgten den Anforderungen des russisch-orthodoxen Gottesdienstes. Auch beim Bau der Grabkapelle waren diese Vorgaben Teil des Bauprogramms.

Sarkophag der Königin Katharina und König Wilhelms I. in der Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg

Sarkophag Katharinas und Wilhelms I. in der Gruft.

Dreissig Jahre alt: Warum starb sie so früh?

Die Pflichten einer Königin, soziale Projekte, die Geburt zweier Kinder, eine umfangreiche Korrespondenz – es ist unglaublich, was diese Frau in den drei Jahren in Württemberg alles bewegt und leistet hat. Umso unerklärlicher erscheint ihr Lebensende. Im Januar 1819 fuhr Katharina – scheinbar ohne Anlass – in einem offenen Wagen zum königlichen Gestüt in Scharnhausen. Dort erkältete sie sich schwer und starb nach wenigen Tagen an den Folgen einer Grippe und Gürtelrose.

Ein Porträt von Königin Katharina finden Sie über dem Eingang in die Gruft. Es ist wohl 1818 entstanden – der Maler ist heute unbekannt – und es heißt, dass Katharina das Gemälde der Rotenberger Kirchengemeinde selbst geschenkt haben soll.

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