Sarkophag der Königin Katharina und König Wilhelms I. in der Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg

Feierliche Grabstätte für das KönigspaarDie Gruft

Unter dem Kapellenraum befindet sich die Gruft, ein zentraler Raum mit einer niedrigen Flachkuppel, erweitert durch vier Kreuzarme. Im östlichen Kreuzarm steht der Doppelsarkophag, in dem Königin Katharina und ihr Ehemann König Wilhelm I. gemeinsam ruhen.

Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg

Direktes und indirektes Licht verbunden.

Indirekte Beleuchtung schafft Atmosphäre

Direkt unter dem Kapellenraum liegt die Gruft. Sie ist über eine schmale, steile Wendeltreppe zu erreichen. Die Gruft ist im Gegensatz zu dem hellen Kapellenraum sehr niedrig und dunkel. Ursprünglich kam das Licht für den Raum nur durch das sogenannte Opaion. Diese kreisrunde Öffnung am höchsten Punkt der Flachkuppel ist mit einem kunstvollen Gusseisengitter aus Wasseralfingen verschlossen. Durch das Opaion konnten Gesänge und Gebete vom Kappellenraum in die Gruft dringen und so die Verstorbene in die Liturgie einbeziehen.

Sarkophag Königin Katharinas und König Wilhelms I. in der Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg

Die Inschift gibt Auskunft über die Toten.

PLATZ FÜR VIER SARKOPHAGE

Die Gruft folgt im Grundriss dem Kapellenraum, ein runder Zentralraum mit vier Kreuzarmen. Ursprünglich sollte in jedem Kreuzarm ein Sarkophag stehen: je ein Sarkophag für Königin und König sowie für ihre beiden Töchter. Doch dann entschied sich Wilhelm für einen Doppelsarkophag mit seiner Frau. Dieser steht im östlichen Kreuzarm, mit einer Schmalseite auf die Mitte des Raumes ausgerichtet. 1887 starb die Tochter Marie. Ihr Sarkophag befindet sich im südlichen Kreuzarm. Die zweite Tochter Sophie wurde Königin der Niederlande und liegt in Delft bestattet.

Grabkapelle auf dem Württemberg, Büsten der Königin Katharina und König Wilhelms I. in der Gruft

Die Büsten von Katharina und den drei württembergischen Königen im nördlichen Kreuzarm erinnern an den einstigen Plan, aus der Grabkapelle ein zentrales württembergisches Königsmausoleum zu machen. Hier die Büsten des Königspaars.

Sarkophag der Königin Katharina und König Wilhelms I.

Der Deckel gleicht dem Dach eines antiken Tempels.

Edles Material für den Sarkophag

Einen Entwurf für den Sarkophag lieferte Giovanni Salucci, unterstützt von Hofbildhauer Antonio Isopi. Der aus kostbarem Carrara-Marmor geschaffene Sarkophag zeigt an seiner Schmalseite eine Tafel mit den Lebensdaten des Königspaares. Sie wird von einer üppigen Blumen- und Früchtegirlande umgeben. Die Längsseiten sind verziert mit dem Allianzwappen Russland-Württemberg, überfangen von einer Krone.

Idealansicht der Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg nach einer Zeichnung Saluccis

Urspünglicher Entwurf Saluccis.

Schmuckloser Innenraum

Zeichnungen Saluccis ist zu entnehmen, dass der Architekt ursprünglich eine wesentlich prachtvollere Dekoration für den Innenraum der Gruft geplant hatte. So sollten an den Wänden schwebende römische Gottheiten und verschiedene Inschriften angebracht werden. Möglicherweise ordnete König Wilhelm I. Einsparungen an oder fand die Dekoration nicht notwendig, da die Gruft ursprünglich für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein sollte.

Schauen Sie sich die Schmalseite des Sarkophags genauer an: Löwe und Hirsch, die Wappentiere Württembergs, liegen schlafend am Boden. Beide halten eine Lanze, auf deren oberen Enden ein Adler und eine Eule sitzen – sie symbolisieren die Tugenden Wachsamkeit, Stärke und Klugheit.

Der Vergänglichkeit begegnen die Menschen seit Jahrhunderten mit dem Wunsch nach Schönheit und Ewigkeit. Schlösser, Burgen und Klöster sind bis heute ein glänzendes Vermächtnis für die Zukunft. Die Themenwelt „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ wirft einen Blick auf diese spannenden Themen.

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