Denkmal ewiger Liebe

Grabkapelle auf dem Württemberg

Inschrift über dem Eingang der Grabkapelle; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Nina Kreckel
Eine Liebesgeschichte auf europäischer Bühne

Die Grossfürstin und

der Kronprinz

1814 schaute ganz Europa nach Wien: Wer Rang und Namen beim Wiener Kongress hatte, besuchte die zahlreichen gesellschaftlichen Ereignisse und beteiligte sich am Klatsch – Liebesgeschichten berühmter Personen wie die von Katharina und Wilhelm erregten ein besonderes Interesse.

Portrait der Königin Katharina; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Roland Rossner

Katharina traf Wilhelm auf einer Reise.

Wie alles begann

Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes reiste Großfürstin Katharina Pawlowna quer durch Europa. Im Frühjahr 1814 begegnete sie dem verheirateten Kronprinzen Wilhelm von Württemberg in England. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich zwischen den beiden eine innige Liebesbeziehung.

König Wilhelm I., Ölgemälde, Hetsch, um 1800; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Wilhelm beeindruckte die junge Großfürstin.

Katharina in Wien

Auf dem Wiener Kongress, der von September 1814 bis Juni 1815 stattfand, verhandelten rund 200 Staaten und Herrschaften nach der Niederlage Napoleons über eine Neuordnung Europas. In dieser Gesellschaft erregte die russische Großfürstin durch ihr Auftreten, ihr Aussehen und ihr geistreiches Verhalten viel Aufmerksamkeit. Man munkelte, Großfürstin Maria Pawlowna fessle die Herzen an sich, doch Großfürstin Katharina habe sie im Sturm genommen.

Klatsch und Tratsch

Der Kontakt Katharinas zum Kronprinzen von Württemberg wurde während des Kongresses immer intensiver. Über die Zukunft des Liebespaares spekulierte die Gesellschaft ausgiebig. Man sprach sogar von einer deutschen Kaiserkrone. Der Historiker Heinrich von Treitschke vemutete: „…vom Stuttgarter Hof werde dereinst ein neues Zeitalter über Deutschland ausgehen“. Zugleich bereitete der Klatsch über Katharina und Wilhelm den Kongressteilnehmern sichtliches Vergnügen.

Katharina von Württemberg, Gemälde von Stirnbrand um 1816; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger
König Wilhelm I. von Württemberg, Gemälde von Stieler um 1816; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Katharina und Wilhelm sorgten für Gesprächsstoff und allerlei Spekulationen.

Büsten der Königin Katharina und des Königs Wilhelm I. in der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Roland Rossner

Die Grabkapelle erinnert an die Liebe des Paars.

Das Traumpaar

Katharina und Wilhelm wurden in den Abendstunden verliebt über den Prater wandelnd gesehen oder beim Spaziergang im Park beobachtet. Auch Schlittenfahrten sollen sie mehrfach unternommen haben. Bei einem großen Fest anlässlich ihres Namenstages überreichte Wilhelm Katharina den Hauptgewinn einer Verlosung. Die Großfürstin und der Kronprinz galten als Traumpaar des Wiener Kongresses und mit einer späteren Hochzeit wurde fest gerechnet. 1816, nach der Auflösung von Wilhelms Ehe, war es dann soweit.

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