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Denkmal ewiger Liebe

Grabkapelle auf dem Württemberg

Ausblick auf Stuttgart von der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Julia Haseloff
Maikäfersuppe und Hungersnöte

Das Volksfest

1816 war die Lage im Königreich Württemberg katastrophal: Durch verheerende Missernten hungerten die Menschen im Land. Als 1817 die erste Ernte wieder eingefahren werden konnte, stiftete das Königspaar ein landwirtschaftliches Fest in Cannstatt. Das gibt es bis heute.

Melolontha Hippocastani; Foto: Wikipedia gemeinfrei

Zeichnung eines Maikäfers.

Maikäfer als „vortreffliches Nahrungsmittel“

Maikäfersuppe gehört zu den wenigen in Europa verbreiteten Insektengerichten und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland bekannt. In dem Magazin für Staatsarzneikunde von 1844 wird der Maikäfer als ein "vortreffliches und kräftiges Nahrungsmittel" angepriesen. Zur Zubereitung sollte man die Beine und Flügel entfernen und die Käfer zunächst anrösten, um sie anschließend aufzukochen. Mit der Suppe nutzte man Tiere, die in manchen Jahren eine rechte Landplage waren, als Rohstoff, der kostenlos und in großen Mengen verfügbar war. Der Geschmack soll ähnlich dem einer Krebssuppe sein.

Luftaufnahme der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Die letzte Ruhestätte des Königspaares auf dem Württemberg.

Hungersnöte im Königreich

Solche Rezepte konnten die Bevölkerung im Königreich Württemberg nicht vor einer Hungersnot retten. 1815 sorgte der Ausbruch eines indonesischen Vulkans jahrelang für Klimaveränderungen, auch in Mitteleuropa: Der Winter von 1815 auf 1816 war der kälteste, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Die Missernten der Folgejahre verursachten die Hungersnöte in Württemberg. Das Königspaar Wilhelm I. und Katharina bemühte sich darum, die Not der Württemberger zu lindern und zugleich das Land zu modernisieren.

Tierprämierung auf dem Volksfest in Cannstatt, nach einem Gemälde von Johann Baptist Pflug, 1824; Foto: Wikimedia gemeinfrei

Tierprämierung auf dem Volksfest in Cannstatt, 1824.

Ein Erntedankfest am Fusse des Württembergs

Mit der Stiftung des landwirtschaftlichen Festes, das jedes Jahr am Geburtstag des Königs, dem 28. September, stattfinden sollte, wollte das Königspaar auch die Entwicklung der rückständigen und unmodernen Landwirtschaft im Königreich fördern. So belohnten König und Königin auf dem ersten Cannstatter Fest herausragende landwirtschaftliche Leistungen. Übrigens: Zu diesem ersten Fest 1818 kamen mehr als 30.000 Besucher, dabei hatte die Oberamtsstadt Cannstatt nur 3.000 Einwohner! Noch heute ist es das zweitgrößte Volksfest der Welt.

Land- und Forstwirtschaftliches Institut Hohenheim, nach einem Gemälde von Jakob Heinrich Renz, um 1845; Lithographie im Städtischen Museum Ludwigsburg; Foto: Wikimedia gemeinfrei

Die Unterrichtsanstalt in Schloss Hohenheim.

Landwirtschaft wird modernisiert

Zur gleichen Zeit gründete das Königspaar eine landwirtschaftliche Unterrichtsanstalt auf Schloss Hohenheim - der Grundstein für die heutige landwirtschaftliche Fakultät. Hier wurde beispielsweise der zweischarige Pflug entwickelt. Während der 48 Jahre dauernden Regierungszeit von König Wilhelm I. wandelte sich Württemberg von einem Agrar- zu einem Verfassungsstaat mit einer gemeinsamen Identität und einer durchorganisierten Verwaltung.

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