Denkmal ewiger Liebe

Grabkapelle auf dem Württemberg

Ein Architekt für den württembergischen König

Giovanni Battista

Salucci

Der Italiener Giovanni Battista Salucci (1769–1845) war 1817 zum württembergischen Hofbaumeister berufen worden. Bekanntheit erlangte er durch seine klassizistischen Bauten in Stuttgart wie Schloss Rosenstein, das Wilhelmspalais und durch die Grabkapelle auf dem Württemberg.

Innenansicht der Kuppel der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Salucci folgte seiner Berufung.

Wie sah Saluccis Lebensweg aus?

1783 begann Giovanni Salucci ein Architekturstudium an der Accademia di Belle Arti in Florenz, nachdem er eine ungeliebte Ausbildung zum Kaufmann abgebrochen hatte. Seine ersten Aufträge bekam er, während er sich auf Studienreisen in Rom und in Venetien befand. Von 1817 bis 1839 arbeitete Salucci als königlich-württembergischer Hofbaumeister. 1840 kehrte er in seine Heimatstadt Florenz zurück. Fünf Jahre später starb er dort verarmt und liegt im Kreuzgang des Klosters San Marco begraben.

Entwurf für die Grabkapelle, Zeichnung von Salucci, 1819; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Eine Entwurfszeichnung Saluccis.

Wie bekam Salucci den Auftrag für die Grabkapelle?

Namhafte Architekten wie Leo Klenze, Joseph Thürmer und Heinrich Hübsch wurden aufgefordert, Entwürfe für den Bau einzureichen. König Wilhelm I. wünschte anfangs eine Kapelle im neugotischen Stil, den Zeitgenossen als „teutsch-gotisch“ bezeichneten. Hofbaumeister Salucci reichte – unaufgefordert! – einen klassizistischen Entwurf ein. Es ist nicht bekannt, warum gerade er den Auftrag erhielt, während der Wettbewerb noch lief. Es trafen sogar Entwürfe auswärtiger Künstler ein, nachdem der Bau schon begonnen worden war.

Entwurf der Grabkapelle, Zeichnung um 1820; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Saluccis Entwurf für den Innenraum war opulent.

Hatte Salucci freie Hand beim Gestalten?

Salucci wurde bei allen königlichen Bauaufträgen kontrolliert, denn: Er hatte bereits beim ersten Auftrag, dem Bau des königlichen Landhauses in Weil bei Esslingen, die geplanten Kosten überschritten. Zukünftig musste sich der Hofbaumeister sehr zu seinem Missfallen alle Pläne von der Bau- und Gartendirektion genehmigen lassen. Auch beim Bau der Grabkapelle wurden Salucci Sparzwänge auferlegt. Dennoch fand seine Arbeit viel Anerkennung, beispielsweise für das im Jahr 1829 vollendete Schloss Rosenstein.

Luftaufnahme der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Mit einem Oberlicht aus Eisen und Glas versehen.

Welches Baumaterial führte er in Württemberg ein?

Beim königlichen Landhaus in Weil verwendete Salucci Eisen: Er belichtete das innenliegende Treppenhaus mit einem Oberlicht aus Eisen und Glas. Auch in der Grabkapelle gab es eine zentrale Beleuchtung von oben durch die runde Öffnung im Scheitel der Kuppel. Salucci hat als erster in Württemberg das Material Eisen in seinen Bauten verwendet. Er könnte sogar als Pionier der Eisenarchitektur in Deutschland gesehen werden, denn Architekt Karl Friedrich Schinkel baute einen Pavillon mit Eisenteilen in Charlottenburg erst 1824.

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