Denkmal ewiger Liebe

Grabkapelle auf dem Württemberg

Büsten Katharinas und Wilhelms I. in der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Roland Rossner
Erfolgreicher Reformer und Politiker

Wilhelm I. von

Württemberg

Wilhelm I. (1781–1864) übernahm 1816 die Herrschaft in Württemberg, als das Land von Missernten und Hungersnot heimgesucht wurde. Als König leitete er gemeinsam mit seiner Ehefrau Katharina umfassende Reformen ein, die die wirtschaftliche Situation Württembergs verbesserten.

Gruft der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Steffen Hauswirth

Wilhelm I. ruht neben Katharina.

Warum liess König Wilhelm I. die Grabkapelle bauen?

Königin Katharinas Wunsch war es, auf dem Württemberg bestattet zu werden. Doch auch Wilhelm entschied schon sehr bald, sich selbst ebenfalls dort bestatten zu lassen und so mit der Familientradition zu brechen. Dass er für den Bau der Grabkapelle die Stammburg der Württemberger vollständig abtragen ließ, zeugt von hohen Ambitionen und ausgeprägtem Selbstverständnis. Die Grabkapelle, die ausschließlich seinem Geschmack entsprach, wurde zum Denkmal an die beliebte Königin – fraglich ist dagegen, ob sie tatsächlich ein Monument ewiger Liebe zwischen König und Königin ist.

König Wilhelm I., Ölgemälde, Hetsch, um 1800; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Die Ehen Wilhelms I. waren sehr unterschiedlich.

Wie oft war König Wilhelm verheiratet?

Wilhelm I. war dreimal verheiratet. 1808 heiratete er Prinzessin Charlotte Auguste von Bayern. Die Ehe blieb kinderlos und wurde 1816 annulliert, nachdem beide Ehepartner bestätigt hatten, dass die Ehe wegen gegenseitiger Abneigung nicht vollzogen worden war. Bei Wilhelms zweiter Ehe mit Katharina Pawlowna, Großfürstin von Russland, mag Zuneigung eine Rolle gespielt haben, doch vor allem war die Verbindung sehr lukrativ für Wilhelm. Aus der dritten Ehe mit Prinzessin Pauline ging Kronprinz Karl Ludwig Friedrich, ab 1864 König von Württemberg, hervor.

König Wilhelm I., Gemälde von Stieler, um 1816; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Für Fortschritt und Frieden.

Welche Politik betrieb Wilhelm in seinem Königreich?

Während seiner 48 Jahre dauernden Regierungszeit wandelte sich Württemberg von einem Agrarstaat zu einem Verfassungsstaat mit einer gemeinsamen Identität und einer durchorganisierten Verwaltung. Die 1819 verabschiedete liberale Verfassung war noch von Königin Katharina mit ausgearbeitet worden. Außenpolitisch versuchte Wilhelm durch wechselnde Bündnisse mit den Großmächten Preußen und Österreich ein Gleichgewicht der Länder in Deutschland zu erreichen und Württemberg eine aktivere und bedeutendere Rolle in Europa zu sichern.

Doppelsarkophag der Königin Katharina und König Wilhelms I. in der Grabkapelle auf dem Württemberg; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Wilhelm I. hatte sein Begräbnis genau geplant.

Wo wollte Wilhelm bestattet werden?

Wilhelm I. starb am 25. Juni 1864 auf Schloss Rosenstein in Stuttgart – ein Schloss, das ebenfalls von Architekt Giovanni Battista Salucci gebaut worden war. Der König wollte an der Seite seiner zweiten Frau Katharina in der Grabkapelle auf dem Württemberg bestattet werden. In seinem Testament hatte Wilhelm verfügt, dass sein Leichnam nachts in die Grabkapelle überführt werden sollte. Er wünschte sich, dass der Leichenwagen mit dem ersten Sonnenstrahl auf dem Württemberg ankäme – so geschah es am 30. Juni.

Seitliche Außenansicht der Grabkapelle  auf dem Württemberg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Roland Rossner

Wilhelms I. und Katharinas Grabstätte ähnelt einem antiken Tempel.

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