Grabkapelle auf dem Württemberg, Innenansicht, Blick ins Innere

EIN KÖNIGSPAAR ALS RETTER IN DER NOTHelfend aus Leidenschaft

Als Königin Katharina und König Wilhelm I. 1816 den württembergischen Thron bestiegen, herrschte große Not. Das Paar sah es als seine Pflicht an, das Volk mit Lebens- und Geldmitteln zu unterstützen. Es gründete Vereine und Initiativen zum Wohl der Bevölkerung ‒ und wurde zum Retter in der Not.

Grabkapelle auf dem Württemberg, Büsten Katharinas und Wilhelms I.

Königin Katharina und König Wilhelm I. führten Württemberg aus der Krise.

ALLES BEYZUTRAGEN, WAS … MÖGLICH IST

König Wilhelm I. und Königin Katharina ruhen Seite an Seite in der Grabkapelle auf dem Württemberg. Die Herrschaft der beiden prägt das Land bis heute – obwohl sie mit einer Krise begann: 1816 war das „Jahr ohne Sommer“. Kälte und Regen führten zu Missernten. Hunger breitete sich aus. Das Elend berührte das Königspaar, das zusammen gegen die Not kämpfte. Für Katharina war es „eine heilige Angelegenheit zu dem Besten der Bewohner daselbst alles beyzutragen, was mir in meinen Verhältnissen möglich ist“.

Grabkapelle auf dem Württemberg, Außenansicht, Spiegelung in einer Pfütze

Kalt und nass – das „Jahr ohne Sommer“ ging in die Geschichte ein.

ARBEIT STATT ALMOSEN

Königin Katharina wollte die unsägliche Not der Württemberger schnell lindern. Dafür fasste sie einen ambitionierten Plan: Im ganzen Königreich sollten Wohltätigkeitsvereine entstehen. Sie sollten den Bedürftigen jede Unterstützung anbieten und dazu ermutigen, sich eine Beschäftigung zu suchen. Durch neuer Arbeitsstellen sollte zudem zukünftiger Not vorgebeugt werden. „Arbeit statt Almosen“, so lautete die Devise Katharinas. Mit großer Ausdauer und Aufopferung verfolgte sie ihr Projekt.

Grabkapelle auf dem Württemberg, Ausblick auf Stuttgart

Das königliche Paar half seinem Volk – und zeigte echten Weitblick.

VON DER „HÜLFS-“ ZUR „SPAR-CASSE“

Ein hoher Beamter stieß im April 1817 die Gründung einer „Freiwillige Hülfskasse“ an. Das Kreditinstitut lieh Ämtern und Gemeinden Geld für den Kauf von Lebensmitteln und Saatgut. Im August machte sich Königin Katharina für eine Bank stark, in der nun auch „geringe Capitalien mit Leichtigkeit und Sicherheit untergebracht werden könnten“. Die „Spar-Casse“ sollte der Bevölkerung helfen, ein finanzielles Polster für Notzeiten aufzubauen. Im Mai 1818 wurde sie schließlich eröffnet – und ein voller Erfolg.

EINE STANDESGEMÄSSE BILDUNG

Königin Katharina eröffnete im August 1818 mit Unterstützung des Königs eine Pension und Schule für Mädchen: „Jene umfaßt Erziehung, Wohnung, Kost; diese den Unterricht.“ Bildung und Schule waren für den König schon lange eine Herzensangelegenheit, „weil ich wohl weiß, daß diese das vorzüglichste Mittel sind, eine wahre Volksaufklärung zu bezwecken und die künftigen Generationen für den herrschenden Zeitgeist zu bilden.“ Das Königin-Katharina-Stift-Gymnasium in Stuttgart gibt es noch heute.

Grabkapelle auf dem Württemberg

Hoch gelegen inmitten der Weinberge: die Grabkapelle auf dem Württemberg.

LANDWIRTSCHAFT UND UNIVERSTITÄT

Wilhelm I. bemühte sich energisch um die Entwicklung und Modernisierung der Landwirtschaft – „Hilfe zur Selbsthilfe“ war auch hier das Motto. Auf einem großen Fest wurden ab 1818 jährlich die besten Nutztiere und die nützlichsten landwirtschaftlichen Produkte vorgestellt und ausgezeichnet: Das war die Geburtsstunde des weltweit bekannten Cannstatter Volksfests („Wasen“). Im November desselben Jahres gründete der König nahe Stuttgart die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt – die Keimzelle der heutigen Universität Hohenheim.

Entdecken Sie die Themenwelt „Liebe, Lust, Leidenschaft. Leben in Schlössern und Klöstern“. Kommen Sie mit auf eine Zeitreise voller Schönheit und manchmal auch Frivolität.

Liebe. Lust. Leidenschaft.

Mehr erfahren

Persönlichkeiten

Monumente & Funktionen

Arbeit & Vergnügen

Wissenschaft & Technik

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.